Die Saison begann aus Sicht der Islanders durchaus erfolgreich. Nach 7 Spielen hatte man 10 Punkte und 4 Siege am Konto. Danach folgte allerdings die größte Niederlagenserie der Vereinsgeschichte. 14 Spiele in Serie ging man als Verlierer vom Eis, im November konnte gerade ein Sieg und 5 Punkte verbucht werden. Unter Neo-Coach Jack Capuano, der Scott Gordon an der Bande ablöste, erfing sich das Team langsam und legte eine durchaus sehenswerte zweite Saisonhälfte hin.
Torhüter: Die Position der Nummer 1 des Teams ist derzeit noch offen. Rick DiPietro ist zwar ein qualitativ hochwertiger Torhüter, hat aber in den letzten 3 Jahren auf Grund diverser Knieoperationen nur 39 Spiele bestreiten können. Dass er den Rest der letzten Saison auf Grund einer Gesichtsverletzung nach einer Schlägerei mit Brent Johnson verpasste, hat sein Standing bei den Fans, die schon die diversen Berichte über neuerlichen Ausfälle nicht mehr hören können, nicht gerade erhöht. Der US-Amerikaner hat zwar einen Vertrag bis 2021, ob er diesen allerdings erfüllen wird, glauben nur die wenigsten. Al Montoya war in der letzten Saison eher eine Verlegenheitsverpflichtung, da auf Grund diverser Ausfälle die Islanders auf der Torhüterposition einen massiven Engpass hatten. Der ehemalige First-Rounder aus dem Jahr 2004 ergriff die ihm gebotene Gelegenheit und konnte mit seinen Leistungen durchaus überzeugen, was ihm eine Vertragsverlängerung einbrachte. Als dritter Kandidat gilt Evgeni Nabokov. Der Russe, der sich in der letzten Saison noch weigerte für die Islanders aufzulaufen, will in diesem Jahr wieder auf das NHL-Eis zurückkehren und sich im Camp für den Job des Starting Goaltenders empfehlen. Wie sich selbst auferlegte Zwangspause auf die Leistung des langjährigen Sharks-Goalies ausgewirkt hat, bleibt abzuwarten. Mit Kevin Poulin, Mikko Koskinen und Nordamerika-Neuling Anders Nilsson verfügt man noch über drei weitere talentierte Torhüter im Kader, die vorerst in den Minors auflaufen werden.
Verteidigung: Nach einem Jahr Pause auf Grund einer Schulterverletzung kehrt Neo-Kapitän Mark Streit wieder ins Lineup zurück. Der Schweizer wird zusammen mit dem derzeit noch angeschlagenen Andrew MacDonald, Travis Hamonic, Mark Eaton und Milan Jurcina das Grundgerüst der Abwehr bilden. Als mögliche Kandidaten für die letzte offene Position gelten derzeit Ty Wishart, Mike Mottau und Dylan Reese, eventuell kann sich Steve Staios im Camp für einen Vertrag empfehlen. Von Prospect-Seite werden Calvin de Haan und Matt Donovan gute Chancen auf NHL-Einsätze zugestanden.
Sturm: Coach Jack Capuano kann seine Offensivreihen sehr variabel gestalten. Mit Matt Moulson, Michael Grabner, Blake Comeau, John Tavares, Frans Nielsen, Josh Bailey, Kyle Okposo, P.-A. Parenteau und Top-Prospect Nino Niederreiter verfügen die Isles über einen großen Pool an Spielern, die allesamt Top6-Potential aufweisen. Mit Brian Rolston und Marty Reasoner wurden in der Offseason zudem zwei erfahrene Veteranen ins Team geholt, die nach dem Abgang von Doug Weight die junge Truppe führen sollen. Für die defensiven Aufgaben sind Stürmer wie Trevor Gillies, Justin DiBenedetto, Matt Martin, Michael Healey oder Jeremy Colliton geplant.
Vorschau: Mit John Tavares, Michael Grabner, Kyle Okposo und Josh Bailey haben die Hoffnungsträger auf Long Island allesamt neue Verträge unterschrieben. Wenn schon vorerst die Hallensituation im Unklaren bleibt, scheint die Zukunft der Mannschaft teilweise gesichert. Die Offensive hat durchaus Playoffpotential, die Defensive hingegen wirkt zu dünn besetzt und weist zu wenig Kadertiefe auf. Gespannt darf man sein, wie sich die Situation rund um die Torhüter entwickelt.